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„ jene  von  dem  berüchtigten  Heidegger

veranstalteten  unanständigen  Versammlungen “

Hogarth, William (1697 London 1764). (Large) Masquerade Ticket. Personenreiches Szenarium bei einem der von John James Heidegger ausgerichteten Maskenbälle. Zur Linken in einer Nische Torso des Priapus, dem ein „Bischof“ am darunter befindlichen Altar das Herzblut des geflügelten Saturn mit Sense opfert. Auf dem Altar kleine Flamme sowie verschiedene Hirschgeweihe, oberhalb der Nische Bocksgehörn. Gegenüber unter einem Taubenpaar Venus, zwischen ihren Beinen Amor mit angelegtem, in die Gesellschaft gerichtetem Pfeil. Auf dem Altar darunter hochloderndes Opferfeuer. Am Oberrand des Bildes und noch halb über diesen hinausragend große auf halb zwei stehende Uhr mit den Zeigern „Wit“ und „Impertinence“, derweil das Pendel „Nonsense“ schwingt. Die Zwölfuhr-Stellung aber gehalten von Heideggers Portrait. Mit den Rücken gegen die Uhr lehnend Einhorn und Löwe, sich jeweils den Schwanz mit den Vorderläufen haltend. Kupferstich. (1724.) Bezeichnet wie vor. 23,1 x 30,4 cm.

William Hogarth, Large Masquerade Ticket

Nagler 7. – Sehr schöner Abdruck auf starkem Papier von der vom kgl. Kupferstecher James Heath (1757 London 1834) um 1822 überarbeiteten Platte („Selbst diese Abzüge sind heute aber relativ selten geworden“, Kunstgalerie Esslingen 1970; und Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., VIII [1888], 625: „Eine schöne Ausgabe“, geschätzt auch schon von zeitgenössischen Sammlern vom Range etwa eines A. T. Stewart [Catalog of the Stewart Collection, New York 1887, 1221, „fine plates“]). – Oben im Plattenrand geschnitten.

Als Johann Jakob Heidegger (1659? – 1749) in der Schweiz geboren, kam er 1708 nach England, wo er ab 1710 im Haymarket Theatre die in der feinen Gesellschaft schnell ebenso populären wie für ihre Ausschweifungen berüchtigten Maskenbälle nach italienischem Vorbild veranstaltete:

„ Dem letzterwähnten Jahre (1728) ist ein Gedicht zugeschrieben unter dem Titel ‚Masquerade. Gewidmet C—t H—d—g—r. Von Lemuel Gulliver, Poet Laureate des Königs von Lilliput.‘ Darin leistet Fielding seinen satirischen Beitrag zu den Angriffen auf jene von dem berüchtigten Heidegger veranstalteten unanständigen Versammlungen, die nicht lange zuvor Hogarth bildlich stigmatisiert hatte in dem Kupfer, das Sammler als das ‚large Masquerade Ticket‘ kennen “

(Austin Dobson, Fielding, 1883/1907).

Was seiner Popularität in der feinen Gesellschaft indes keinen Abbruch tat: auch an der Ausrichtung der 1727er Krönungsfeierlichkeiten für George II. war Heidegger beteiligt.

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– – – Dasselbe in Thomas Cook’s (ca. 1744 – London 1818) volkstümlicher späterer, kleinerer Fassung. Kupferstich. Bezeichnet wie vor bzw. unten. Bildgröße 12,8 x 17,2 cm.

William Hogarth, Masquerade ticket (Cook small)

„ A. a sacrifice to Priapus. B. a pair of Lecherometers shewing ye Companys Inclinations as they approach em. Invented for the use of Ladys & Gentlemen by ye Ingenious Mr. H.......r “

Cook „machte sich auch einen Namen als Hogarth-Stecher, dessen vollständiges Werk er … nachgestochen hat“ (Thieme-Becker) und dessen Ursprungsformat er im Gegensatz zu allen späteren Hogarth-Ausgaben in seiner ersten, früheren Ausgabe beibehielt. Für einige von Hogarth nicht selbst veröffentlichte Blätter wurde Cook zu deren Erststecher, wie er denn auch den Beifall eines zeitgenössischen Kenners wie Maximilian Speck von Sternburg fand. – Innerhalb des in den Außenbereichen seitlich und unten schwach gebräunten breiten weißen Plattenrandes geschnitten.

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„ das Blatt (Ridinger, Th. 288) ist heute wohlbehalten -perfekt verpackt- eingetroffen … “

(Herr K.-H. K., 3. Januar 2013)