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Eine Burleske auf
„ Kents stümperhafte Malerei “

William Hogarth, Altargemälde in St. Clement Danes, WestminsterHogarth, William (1697 London 1764). Eine Burleske auf Kents Altargemälde in St. Clement Danes, Westminster. Musizierende Engel, von Hogarth per Buchstabenschlüssel A-K im Detail vorgestellt. Kupferstich. Bezeichnet wie nachstehend. 33,7 × 19,9 cm (13¼ × 7⅞ in). – Nagler 6.

„ This Print is exactly Engrav’d after ye Celebrated Altar Peice (sic!) in St. Clements Church which has been taken down by Order of ye Lord Bishop of London (as tis thought) to prevent Disputs and Laying of wagers among ye Parishoners about ye Artists meaning in it. for publick Satisfaction here is a particular Explanation of it humbly Offerd to be writ under ye Original, that it may be put up again by which means ye Parich’es 60 pounds which thay nisely gave for it, may not be Entirely lost

1st. Tis not the Pretenders Wife and Children as our weak brethren imagin

2ly Nor St. Cecilia as the Connoisseurs think but a Choir of Angells playing in Consort “

„ 1725 hatte Hogarth eine burleske Radierung von einem von William Kent (Architekt, Designer, Maler; Bridlington, Yorks. 1685 – London 1748) für die Kirche von Saint Clement Danes gemalten Altarbild veröffentlicht. Er übertreibt Kents stümperhafte Malerei und verleiht einem der Engel eine deutliche (nach zeitgenössischen Portraits zu urteilen) Ähnlichkeit mit Clementina, Prinzessin Sobieski, der Frau von Jakob III., dem jakobinischen Thronanwärter. Was Hogarth von Kent wußte, war, daß er in Rom studiert hatte, von der katholischen Malerei beeinflußt war und für eines seiner Bilder sogar den Preis des Papstes verliehen bekommen hatte. Es ist auch möglich, daß die Geistlichkeit von Saint Clement Danes, die jakobinische Neigungen hatte, Kent bezahlt hatte, das Portrait von Clementina (passend für St. Clement) einzufügen. Auf jeden Fall erhoben entrüstete Zeitgenossen diesen Vorwurf und die Entfernung des Bildes wurde angeordnet … Hogarth bestätigte die Ähnlichkeit in seiner Burleske, damit die Aufmerksamkeit auf den Papismus von Kents Malerei ziehend (gleichviel, ob – wie kürzlich erörtert – Kent und sein Gönner, der Earl of Burlington, tatsächlich Crypto-Jakobiner waren).

„ Das Problem war hier nicht Blasphemie, sondern Jakobinismus und gibt eine gute Vorstellung von dem, was die Londoner am meisten erzürnte … “

(Ronald Paulson, Hogarth’s Harlot: Sacred Parody in Enlightenment England [2003], SS. 59. f.).

Abdruck auf starkem Papier von der vom kgl. Kupferstecher James Heath (1757 London 1834) um 1822 überarbeiteten Platte („Selbst diese Abzüge sind heute aber relativ selten geworden“, Kunstgalerie Esslingen 1970; und Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., VIII [1888], 625: „Eine schöne Ausgabe“, geschätzt auch schon von zeitgenössischen Sammlern vom Range etwa eines A. T. Stewart [Catalog of the Stewart Collection, New York 1887, 1221, „fine plates“]). – In den extrem breiten Seitenrändern ganz unten rechts schwacher Wasserstreifen.

Angebots-Nr. 7.830 / EUR  61. (c. US$ 74.) + Versand


“ The prints arrived today! They are very nice. Thank you for excellent service. Please keep me posted for objects I could be interested in! ”

(Mr. J. R. L., September 12, 2003)