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„ … voll  tiefer  Satiren  und  das  Nützlichste ,

welches  Hogarth  jemals  hervorgebracht  habe “

Hogarth, William (1697 London 1764). Credulity, Superstition and Fanaticism. A Medley. Die im Gegensatz zur Sleeping Congregation der Staatskirche höchst aufgeweckte Gemeinde der Methodisten bei ihrem Gottesdienst. Kupferstich von Ernst Ludwig Riepenhausen (1765 Göttingen 1840, Univ.-Kupferstecher ebda.). Bezeichnet: 68 / W. Hogarth inv. pinx. / ER. f. 25,5 x 20,5 cm.

Abdruck auf besonders festem Papier, wohl um 1850. – Riepenhausens Stiche nach Hogarth („sehr schätzbar“, Nagler) zählen zu seinem Hauptwerk und werden nicht zuletzt der Seitenrichtigkeit wegen den Hogarth’schen Kupfern teilweise sogar vorgezogen.

Wie für Riepenhausens als Illustrationen zu Lichtenbergs Ausführliche(r) Erklärung der Hogarthischen Kupferstiche geschaffene Blätter kennzeichnend, indes ohne den von Hogarth beigefügten Sinnspruch:

William Hogarth, Credulity, Superstition and Fanaticism (Riepenhausen)

„ Believe  not  every  Spirit ; but  try  the  Spirits  whether  they  are  of  God :
because  many  false  Prophets  are  gone  out  into  the  World .
1.John.Ch.4.V.1.“

Hogarth’s Spätwerk von 1762, u. a. mit der Figur der Kaninchen-Gebärerin, der er als eines seiner frühen Werke bereits 1726 einen Kupferstich gewidmet hatte und „die er also gegen Ende seines Lebens für werthvoll genug hielt, um sie bei passender Gelegenheit wieder anzubringen“. Im übrigen leitet Lichtenberg seine Betrachtung über dieses so außerordentlich detailreiche Blatt mit den Worten ein

„ Den äußersten Gegensatz zu der religiösen Kühle, welche sich aus den Verhältnissen der Hochkirche als natürlich ergibt, bildet die übertriebenste Aufregung einer Methodisten-Gemeinde … Die Wirksamkeit der durch Wesley gestifteten Secte hat sich von Anfang bis jetzt als höchst wohlthätig erwiesen, Prediger, allein von ihren Gemeinden unterhalten, haben … durch immerwährende Berührung mit niederen Volksclassen … jenen auf Sittlichkeit und Lebensverhältnisse so wohltätigen Einfluß der Geistlichkeit ausgeübt, der in der wahren Kirche des Christenthums vorausgesetzt wird. Allein andererseits hat sich in den Methodisten der von David Hume ausgesprochene Erfahrungssatz bestätigt: sobald die Existenz des Geistlichen bloß vom Volke abhänge, suche derselbe dessen Anhänglichkeit durch alle Marktschreiereien des Fanatismus zu erhöhen … “

Um schließlich mit der Bemerkung zu enden

„ Sonderbar lautet das Urteil von Horace Walpole – siehe eingangs – welcher sonst eine tiefere Kunstkenntniß und einen geläuterten Geschmack besitzt … Man kann sich dieses Urtheil nur aus der Abneigung des aristokratischen Lords gegen die Methodistenreligion des Pöbels und sogar gegen das Christenthum im Allgemeinen erklären, die er gehegt haben soll, ob er sich gleichwohl hütete, dieselbe offen auszusprechen. “

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– – – Dasselbe von Riepenhausen wie vor, doch auf leicht getöntem minderen Papier.

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William Hogarth, Credulity, Superstition and Fanaticism (Lithographie)

– – – Dasselbe in Lithographie. (1833/36.) Bezeichnet: 66. / Aberglaube und Fanatismus. 29,6 x 18,5 cm. – Ausführlicher Untertext à la Lichtenberg in Deutsch.

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– – – Dasselbe in Stahlstich um 1840. 15,9 x 12,8 cm. – Titel in Deutsch + Englisch.

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(Mr. D. R.-H., January 26, 2005)