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Verrat  in  der  Kellerkneipe

Hogarth, William (1697 London 1764). The Idle ‘Prentice betray’d by his Whore, & taken in a Night Cellar with his Accomplice. Der frühere Zeugweberlehrbursche Tom Idle (Faulhans), von seiner Buhlerin für ein Geldstück verraten, wird von der Polizei in dem Augenblick in einer Kellerkaschemme festgenommen, da er mit seinem Kumpan die Beute eines mörderischen Straßenraubes teilt, dessen Opfer von einem Dritten gerade durch eine Falltür versenkt wird. Das Schankmädchen wird den Krug Bier ungetrunken wieder mitnehmen müssen. Im Hintergrund des Lokals im übrigen eine handfeste Schlägerei. Radierung. Bezeichnet: Design’d & Engrav’d by Wm. Hogarth. / Plate 9 / Publish’d according to Act of Parliamt. Sep 30. 1747. 26,6 x 34,9 cm.

William Hogarth, Faulhans von einer Hure verraten und verhaftet

Industry & Idleness IX. – Abbildung Hogarth-Katalog Zürich, 1983, 61. – Abdruck von der vom kgl. Kupferstecher James Heath (1757 London 1834) um 1822 überarbeiteten Platte („Selbst diese Abzüge sind heute aber relativ selten geworden“, Kunstgalerie Esslingen 1970; und Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., VIII [1888], 625: „Eine schöne Ausgabe“, geschätzt auch schon von zeitgenössischen Sammlern vom Range etwa eines A. T. Stewart [Catalog of the Stewart Collection, New York 1887, 1221, „fine plates“]) auf breitrandigem festen Papier. – Etwas bläßlich.

„ Tom’s Laufbahn nähert sich ihrem Ende. Sein Schicksal ist das gewöhnliche des Lasters und des Verbrechens; Freundschaft und Liebe bleiben ihm fremd … Er scheint übrigens noch der Beste aus der ganzen im Wirthskeller versammelten Gesellschaft, im Vergleich zu den Andern ein Gentleman und somit auch wohl der einzige Highwayman der Bande, denn Letzterer steht in der Rangordnung der Diebe bei weitem über dem Gauner und Taschendieb … Die Geliebte Tom’s, die ihn verräth, wechselt ferner mit dem Chef Constabler solche Blicke, daß man zu dem Schlusse berechtigt ist … sie habe ein Gewerbe getrieben, welches die Polizei überall braucht, welches aber in der öffentlichen Meinung noch tiefer steht, als wirkliche Verbrechen, nämlich die Espionage … Endlich sieht man … drei Karten auf dem Boden liegen, wovon ein Aß an der einen Ecke beschädigt ist, offenbar durch häufiges Umknicken derselben, um die Karte auf der Rückseite zu erkennen. Also falsches Spiel ist in diesem Keller eben so gewöhnlich, wie die andern bereits erwähnten Tugenden “

(Lichtenberg).

Die berühmte, volkstümlichste Suite des Meisters, an Hand der Weberei als eines zu seiner Zeit Haupterwerbszweiges den jungen Burschen die Chancen ihres Lebens ebenso aufzeigend wie die ihrem Fortkommen abträglichen Verlockungen :

Calculated  for  the  use  &  Instruction  of  youth
w(h)erein  every  thing  necessary  to  be  known  was  to  be  made
as  intelligible  as  possible

(Hogarth in seinen Autobiographical Notes).

„ Die Szenen sollten so leicht verständlich sein wie möglich, wozu die Stiche nicht in aller Feinheit ausgearbeitet zu sein brauchten. Wichtig war vielmehr, die Kosten niedrig zu halten, damit auch Lehrlinge diese Blätter kaufen konnten. Hogarth gestaltete um jedes Bild einen rahmenähnlichen Rand – vermutlich nahm er an, daß die Jungen diese Kupferstiche ohne Rahmen direkt an die Wand hefteten. In diesem Rand hatte er unter jeder Szene dem faulen und (oder) den fleissigen Lehrling einen charakteristischen Bibelspruch beigegeben … oben erscheinen auf den Blättern einerseits Geißel, Handfesseln und Galgenstrick als Anspielung auf das tragische Ende des faulen Lehrlings und andererseits Amtsstab, Ratsherrenkette und Staatsschwert als Hinweis auf die Laufbahn des Fleißigen “

(Bachofen-Moser, William Hogarth im Kunsthaus Zürich, 1983, S. 98).

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William Hogarth, Faulhans von einer Hure verraten und verhaftet (Cook klein)

– – – Dasselbe. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818; „machte sich auch einen Namen als Hogarth-Stecher“ [Thieme-Becker]), gemeinsam mit seinem Sohn. Bezeichnet: Pl. IX. / Hogarth pinxt. / T. Cook & Son sc. / Published by Longman, Hurst, Rees, & Orme, August 1st. 1808. Bildgröße 13,1 x 17 cm. – Innerhalb des breiten weißen Plattenrandes geschnitten. – Cooks volkstümliche kleinere Fassung, doch ohne den Sinnspruch und die Randsymbole sowie mit dem Serientitel als Untertext.

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– – – Dasselbe in Stahlstich um 1840. 13 x 15,9 cm. – Mit Titel in Deutsch + Englisch, doch ohne Sinnspruch und Randsymbole.

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„ Hartelijk dank voor de zorgvulige wijze … Voor mij bent u de Mercedes onder de prentenhandelaren! “

(Mijnheer P. E., 24. Januar 2008)