Das klassische Salonbild
Hogarth, William (1697 London 1764). Das Lever der Gräfin Squanderfield. Kupferstich von Ernst Ludwig Riepenhausen (1765 Göttingen 1840, Univ.-Kupferstecher ebda.). Bezeichnet: 24. / W. Hogarth inv. & pinx. / E. Riepenhausen. del & sc. 23,6 x 28,7 cm.

Marriage à la Mode IV. – Abdruck auf leicht getöntem minderen Papier. – Noch knapp ins Bild hineinreichende Quetschspur im weißen Unterrand links vom Serientitel. – Riepenhausens Stiche nach Hogarth („sehr schätzbar“, Nagler) zählen zu seinem Hauptwerk und werden nicht zuletzt der Seitenrichtigkeit wegen den Hogarth’schen Kupfern teilweise sogar vorgezogen. – Das vierte Blatt dieser
„ schönste(n) gemalte(n) Satire des Jahrhunderts “
(Dobson per Thieme-Becker).
Madame am Morgen vor dem verhängnisvollen Maskenfest, Morgentoilette, wozu sie sich der Künste eines Figaro bedient, und mit Musik – der berühmte Kastrat Carestini, auf der Flöte begleitet von Charles Weidemann – untermalten Empfang miteinander verbindend. Neben ihr „mit orientalisch-weichlicher Gemächlichkeit, als wäre es in seinem Harem“ ruht auf einem Sofa Silbermund, vom Ehevertrag her bekannter Rechtsbeistand + Liebhaber in einer Person und zweifelhafter Held der kommenden Nacht, als welcher er ihr die vorgesehene Maskerade – Mönch + Nonne – mittels Wandschirm erklärt und ihr ansonsten den verschlüsselten Plan über die aufzusuchende Örtlichkeit zeigt. Ansonsten
das klassische Salonbild schlechthin
mit den zugehörigen galanten Bildern an den Wänden und auf dem Sofa, zu Füßen des Anwalts, das den gleichen Namen tragende „berüchtigte, heißblütige“ Buch Crebillons. Auf dem Boden neben Carestinis Stuhl etliche Spiel- und Visitenkarten „Stich auf Stich“.
Angebots-Nr. 7.675 / EUR 125. (c. US$ 175.) + Versand

– – – Dasselbe in Kuperstich von Carl Heinrich Rahl (Hoffenheim 1779 – Wien 1843). (1818/23.) Bezeichnet: 24. / Plate 4. 21 x 26,7 cm.
Angebots-Nr. 7.674 / EUR 118. (c. US$ 165.) + Versand
Komplette Exemplare der Folge sowie weitere Einzelblätter verfügbar .
„ das ‚Haupt-Schwein‘ ist gut … angekommen und gefällt … falls sich weitere Funde … auftun, freue ich mich über Ihre Nachricht “
(Herr W. S., 29. August 2002)

