English

„ Sein  berühmtester  (Gemälde)zyklus “ :

„ The  Joys  of  Wedlock  consist

in  having  a  Discreet  and  Affectionate  Wife “

Hogarth, William (1697 London 1764). Marriage à la Mode. Folge von 6 Blatt Stahlstichen. Ca. 1840. Bezeichnet: Die Heirath nach der Mode. / Marriage à la Mode. / I(-VI). 12,6-13,9 x 14,6-15,9 cm. – Zwei Blatt innerhalb der Unterrandbezeichnung schwach stockig.

„ Schönste  gemalte  Satire  des  Jahrhunderts “

(Dobson in Thieme-Becker)

und

„ nach Waagen’s Meinung die geistreichste von (Hogarths) Folgen … Der Künstler hat hier die Vermählung des hohen, aber hohlen Stammbaumes (von Lord Squander, squander = verschwenden) mit der schmutzigen, aber vollen Geldkatze (eines reichen Bürgers) … sammt ihren Folgen mit dem seltensten Aufwande von Erfindung, Beobachtung, Humor und dramatischer Energie (dargestellt) “

(Nagler).

William Hogarth, Der Ehevertrag (Stahlstich)

Der  Ehevertrag

„ Armer Alderman, was ist nun alles dein zeitliches Börsen=Geklimper gegen diese Pracht und den Posaunen=Ton eines fast tausendjährigen Vorruhms? … Diese kleine Canapee=Scene enthält nun den Keim, aus dem der Künstler mit vieler Feinheit das Ganze entwickelt; hier glimmt der Funke, der nun nach und nach zur Glut wird, und endlich zu Flammen auflodert, durch welche das Ganze zusammenstürzt “

(Lichtenberg).

William Hogarth, Das Frühstück der Vermählten (Stahlstich)

Das  Frühstück  der  Vermählten

„ Der alte Graf scheint nun bereits aufgelöst und bei Wilhelm dem Eroberer zu sein … Sie haben vorige Nacht beide wenig oder gar nicht geschlafen;  Sie, hier im Hause, nicht, und  Er  in einem andern … auch nicht … Es ist hier noch früher Morgen … und man frühstückt noch … Der junge Herr, der aber … die Nacht über um eine ganze schwere Campagne älter geworden ist, scheint, so eben von der Carosse abgeladen, sich hierher geworfen zu haben … Die Figur ist ein Meisterstück, und unstreitig eine der besten, die Hogarth je gezeichnet hat. Das wahre Sinnbild der Erschlaffung nach der wildesten Debauche aller Art … Wo das Geld stack, da stecken jetzt die Hände … und nun ein Wort von den Thaten der jungen Dame … Sie hatte dort in dem herrlichen ägyptischen Saale die Nacht hindurch Spielgesellschaft und Spiel mit Karten, jungen Herren und dergleichen, ein wenig Thee, ein wenig Concert und ein wenig Tanz. Man hat lange und wild gespielt … Einer der Tische hat seine Karten auf die Erde geworfen, die Pandecten des Whistspieles, Hoyle on Whist, wurden mit Füßen getreten … “

William Hogarth, Beim Quacksalber (Stahlstich)

Beim  Quacksalber

„ Neben dem Giftschrank hat Hogarth, wie mich dünkt, vortrefflich, zwei Mumien hingestellt. Sie sehen offenbar mit stolzverächtlichem Blick auf alles Quacksalber-Gewühl und allen Arzneien-Wust dieser Welt, aus ihrer unendlichen Sicherheit, und nach ihrem tausendjährigen Frieden mit der heilenden Facultät, herab; und das kann man auch, wenn man — — eine Mumie ist. “

Monsieur de la Pillule übrigens identifiziert als der berüchtigte Dr. Misaubin aus Hamburg, nicht allein Experte auf dem Gebiet der Franzosenkrankheit, sondern auch Erfinder zweier von der kgl. Akademie der Wissenschaften in Paris geprüfter und für gut befundener Maschinen: zum Einrenken von Schultern sowie zum Entkorken von Flaschen. „Durch ‚Entkorken‘ gelingt es, das Ansehen einer ‚Patientin‘ innerhalb der Gesellschaft wieder einzurenken“, sprich, gewisse Folgen wieder zu heilen (Katalog Zürich, in Abweichung von den üblichen Auslegungen hieraus die Möglichkeit einer zu besprechenden Abtreibung herleitend).

William Hogarth, Das Lever der Gräfin (Stahlstich)

Das  Lever  der  Gräfin

Madame am Morgen vor dem verhängnisvollen Maskenfest, Morgentoilette, wozu sie sich der Künste eines Figaro bedient, und mit Musik untermalten Empfang miteinander verbindend. Neben ihr „mit orientalisch-weichlicher Gemächlichkeit, als wäre es in seinem Harem“ ruht auf einem Sofa Silbermund, vom Ehevertrag her bekannter Rechtsbeistand + Liebhaber in einer Person und zweifelhafter Held der kommenden Nacht, als welcher er ihr die vorgesehene Maskerade – Mönch + Nonne – mittels Wandschirm erklärt und ihr ansonsten den verschlüsselten Plan über die aufzusuchende Örtlichkeit zeigt. Ansonsten

das  klassische  Salonbild  schlechthin

mit den zugehörigen galanten Bildern an den Wänden und auf dem Sofa, zu Füßen des Anwalts, das den gleichen Namen tragende „berüchtigte, heißblütige“ Buch Crebillons.

William Hogarth, Der Tod des Grafen (Stahlstich)

Der  Tod  des  Grafen

„ Wie deutlich und wie fürchterlich Alles auf diesem Blatte! … Wie schauervoll, wenn man sich hinzudenkt das Getöse der hereinbrechenden Wache … Da kniet sie nun, das modische Eheweib, barfuß, im bloßen Hemde, vor dem Gerichtsdiener und der Wache ihr Verbrechen abbittend … “

indes der wackere Beistand ihres Rechts und ihres Herzens in nicht minder knappem Habit die vergebliche Flucht durch das Fenster antritt.

William Hogarth, Das Ende der Gräfin (Stahlstich)

Das  Ende  der  Gräfin

Arzt und Apotheker kommen zu spät, um Madame Hilfe zu bringen. Deren Zuflucht beim Empfang des Flugblattes vom Tode des mörderischen Geliebten – „Die Galgenrede des Rechtsanwalts Silbermund“ – war die Überdosis Laudanum, für deren Herbeischaffen der resolute Apotheker den armen Hausdiener zur Rechenschaft zieht, während der Arzt sich bereits zurückzieht, „um der Seele die Honneurs vor der Hausthüre zu machen“. Denn „vis à vis von einem Verstorbenen, den er retten wollte, (nimmt sich der beste Arzt) nie sonderlich aus … (und so) schlichen sich der Herr Doctor in der Stille weg, und überlassen die Klagen den Leidtragenden, über Dürftigkeit unseres Wissens und vergebliche Unkosten, dem minder feinen Gehör des Apothekers“.

Unnötig festzustellen indes, daß Hogarth’ Anliegen dieser Folge kein Erfolg beschieden war, wie Lichtenberg feststellen mußte. Denn „allein nach den neuesten Briefen aus England dauern sie (die Heiraten nach der Mode) noch immer fort“. Wie 30 Jahre zuvor Rev. Trusler in Einführung und Quintessenz zur Folge – und wenigstens letztere trotz der von unserer Wohlfahrtsgesellschaft zurückgedrängten Geldheirat unverändert gültig – gleichfalls mahnte:

„ Although there is no act in our life of greater importance to us, nor one on which our happiness depends, more than that of marriage; yet so rash and presumptive are we, that we pay little regard to it … On talking about this subject, most men shall speak as with the tongue of a philosopher; they shall tell you that the joys of wedlock consist in having a discreet and affectionate wife; but when they are about to enter on the state you shall hear them opening in a different language; nothing then shall satisfy but money: she that has most, is most amiable; and she that has none is totally deserted.

„ Happy might they now have been could they e’en have thought so, say, doubly happy if they loved: but where affection is wanting, felicity is banished; for Heaven has so framed our natures for this intimate society, that without it even amid the affluence of fortune, and the flow of uninterrupted health, there will be an aking void in the solitary breast that can never know a plenitude of happiness.

„ It is your express duty to study the disposition of each other, to look over the common frailties of each particular sex, and to avoid all extravagance, irregularity, and other failings that many occasion disgust. This if you do with care and exactness, marriage will become a blessing, and your home a paradise. “

Doch obwohl Hogarth lt. Lichtenberg selbst in sehr glücklicher Ehe lebte, führte er das schon entworfene Gegenstück der glücklichen Heirat nicht aus. Sei es nun auf Grund der Vergeblichkeit seiner Mahnung oder die Erkenntnis,

„ er  befände  sich  mit  seinem  großen  Landsmanne  Milton  in  einerlei  Fall :

Milton  war  bekanntlich  im  verlorenen

aber  nicht  im  wiedergefundenen  Paradiese “ .

Angebots-Nr. 7.667 / EUR  189. (c. US$ 228.) + Versand

Einzelblätter der Folge in verschiedenen Qualitäten verfügbar


„ Best her Niemeyer, De prenten zijn vanmiddag in goede staat gearriveerd. Alleen al het uitpakken is een genot! Ze zien er prachtig uit (vooral The Idel ’prentice is een juweel) … Wat dat betreft, zijn eigenlijk alle prenten die u mij hebt toegezonde, van uitstekende kwaliteit … “

(Mijnheer P. E., 1. Februar 2008)