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Knisterndes  Sujet  von  derber  Munterkeit

The  Antichristian  Opera

Hogarth, William (1697 London 1764). Sr. Hudibras Encounters the Skimmington (oder The Antichristian Opera). Der Ritter, englischer Don Quichote, gerät in einen als antichristliche Zeremonie mißverstandenen wüsten Aufzug des alten englischen und schottischen Brauchs der öffentlichen Verhöhnung eines Pantoffelhelden oder gar die Untreue seiner Frau (er)duldenden Hahnreis. Hier beides mit dem zur Linken mit Spinnrocken in der Hand rückwärts hinter der Frau auf das Pferd gesetzten und von dieser mit der Schöpfkelle traktierten Mann. Am Fenster darüber indes der Schneider, dem seine Frau mit der Hand Hörner aufsetzt, wie denn auch eine der beiden Standarten mit Hemd bzw. Frauenrock von Hörnern bekrönt ist. Ansonsten reichlich Lärm mit Pfannen + Töpfen, aber auch Horn + Dudelsack. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Bezeichnet: Plate XII. / Design’d by W. Hogarth. / Engrav’d by T. Cook. / London Published by G. & I. Robinson Pater noster Row February 1st. 1802., ansonsten wie vor + 6 Sechs-Zeiler-Untertext. 29 x 51,1 cm.

William Hogarth, Hudibras encounters the Skimmington (Antichristian Opera; Cook)

HUDIBRAS XII. – Cook „machte sich auch einen Namen als Hogarth-Stecher (1795-1803), dessen vollständiges Werk er … nachgestochen hat“ (Thieme-Becker VII, 1912, S. 348/I) und dessen Ursprungsformat er im Gegensatz zu allen späteren Hogarth-Ausgaben – die den somit selteneren HUDIBRAS meist überdies nicht enthalten – beibehielt. Für einige von Hogarth nicht selbst veröffentlichte Blätter wurde Cook zu deren Erststecher, wie er denn auch den Beifall eines zeitgenössischen Kenners wie Maximilian Speck von Sternburg fand. – Kleiner Ausriß im breiten weißen Oberrand, im rechten zwei schwache Wasserränder. – Auf festem Papier. – Von schönstem Hell-Dunkel.

HUDIBRAS

„ ist ein verpöbelter (englischer) Don Quijote , ein entgeisteter Rabelais “

(Laaths, Geschichte der Weltliteratur, 1953, S. 375), eine „satirische Geißel“ (Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., III, 693/I) auf den politisch gerade abgehalfterten Puritanismus und das bekannteste Werk seines von Karl II. geschätzten Schöpfers,

SAMUEL  BUTLER

(Strensham, Worcestershire, 1612/13 – London 1680), als Ergebnis seiner Eindrücke in Diensten des Cromwell’schen Colonels Sir Samuel Luke, „bei welchem religiöse und politische Sekten ihr Wesen trieben“ (Meyers). Unvollendet geblieben, erschienen die ersten beiden Teile des Epos 1663/64, ein dritter 1678, dann, vereint, langlebig durch die Jahrhunderte. In jeweils drei Gesängen

„ in holperigen, meist achtsilbigen Couplets (später als ‚hudibrastischer Vers‘ bekannt) die lose zusammenhängenden, grotesken Abenteuer zweier Puritaner, des Ritters Hudibras und seines Knappen Ralpho, beschreiben(d). Hogarth hat zu diesem Gedicht zwei verschiedene Folgen von Illustrationen gestochen: zwölf grosse, sorgfältiger ausgearbeitete Kupferstiche, die er selbständig, unabhängig von einem Verleger geschaffen und im Februar 1726 herausgegeben hat, und siebzehn kleinere, die mehr Holzschnittcharakter haben und vermutlich früher entstanden, aber erst im darauffolgenden April in einer Gedichtausgabe erschienen sind. Diese folgen dem Verlauf der Handlung, während die grossen Blätter nur die entscheidenden Szenen mit einem gekürzten Textauszug als Legende wiedergeben … Epos und Bilder sind eine antiheroische Satire auf Puritanertum und Sektenwesen “

(Margrit Bachofen-Moser in Hogarth-Katalog Zürich, 1983, SS. 25 ff. bei Abbildung der großen Serie in teils abweichender Abfolge).

Cook wiederholte die 12blätterige große Fassung zunächst formatgetreu, wie für das zwölfte Blatt denn auch hier vorliegend, Jahre später in einer volkstümlichen kleinen von nur ca. 14 x 17 cm Bildgröße.

Die Hudibras-Folge – urteilen Thieme-Becker – ist für Hogarth’s „Entwicklung von entscheidender Bedeutung.

Hier  liegt  der  Schlüssel  zum  Verständnis  des  Satirikers  H. “

(Thieme-Becker XVII [1924], 300/II).

Und Austin Dobson in der Encyclopedia Britannica von 1911 :

„ Hogarth selbst schätzte diese Blätter hoch ein, und sie sind das Beste seiner Buch-Illustrationen. Aber er war viel zu individuell, um ein geduldiger Interpret von anderer Leute Gedanken zu sein, und seine Erfolge sind daher nicht in dieser Richtung zu suchen … (Und generell resümierend) Wenn wir ihn – wie er sich selbst zu sehen beliebte – eher als ‚Autor‘ denn als ‚Künstler‘ betrachten, ist sein Platz unter den großen Meistern der Literatur – bei den Thackerays und Fieldings, den  Cervantes  und Molières. “

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William Hogarth, Anti-Christian Opera (Hudibras XII; Cook)

– – – Dasselbe in Cook’s kleinerer Wiederholung, bei der der Untertext durch den Serientitel ersetzt wurde. Bezeichnet: Pl. XII. / Hogarth pinxt. / HUDIBRAS. / T. Cook & Son cm. / Published by Longman, Hurst, Rees, & Orme, May 1st. 1808. Bildgröße 11 x 19,4 cm. – Dreiseits innerhalb des breiten weißen, partiell etwas altersfleckigen Plattenrandes geschnitten.

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– – – Dasselbe in Hogarth’s Eigen-Radierung/Kupferstich von 1726 im Abdruck auf starkem Papier von der vom kgl. Kupferstecher James Heath (1757 London 1834) um 1822 überarbeiteten Platte

William Hogarth, Anti-Christian Opera (Hudibras XII)

(„Selbst diese Abzüge sind heute aber relativ selten geworden“, Kunstgalerie Esslingen 1970; und Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., VIII [1888], 625: „Eine schöne Ausgabe“, geschätzt auch schon von zeitgenössischen Sammlern vom Range etwa eines A. T. Stewart [Catalog of the Stewart Collection, New York 1887, 1221, „fine plates“]). Bezeichnet: 12 (verlegerseits) / W. Hogarth Inv. et Sculp (im Bildrand unten links), ansonsten mit Titel + Untertext. 27,4 x 51,7 cm. – Abbildung Hogarth-Katalog Zürich, 1983, 7.

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(Mrs. S. W., October 21, 2008)