Hier ist selbst das Ende aller Dinge am Ende
Unzerstörbar indes die beiden Konen zur
„Analysis of Beauty“
Davon die eine hier erstmals
Hogarth, William (1697 London 1764). Tail Piece. / The Bathos, or Manner of Sinking, in Sublime Paintings, inscribed to the Dealers in Dark Pictures. Das Ende aller Dinge. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). 1798. Bezeichnet: Designed by W. Hogarth. / Engraved by T. Cook. / Published by G. G. & J. Robinson Pater-noster Row December 1st. 1708. (recte 1808), ansonsten wie vor. 34 x 36,7 cm.

Hogarth-Katalog der Tate Gallery, 1971/72, 222 + Hogarth-Katalog Zürich, 1983, 94, jeweils die 1764er Hogarth-Fassung und mit Abb. – Ausführlicher Untertext mit, neben Versen von Tacitus + Maximus Tyrius, wichtiger Bezugnahme auf die „Analysis of Beauty“ mittels zweier konischer Figuren in den beiden Außenfeldern. Während die rechte deren Figur 26 zitiert, ist die ähnliche linke neu, da
„ did not occur to the Author, till two or three Years after his publication of the Analysis, in 1754 “ (recte 1753).
Es ist
„ The Conic Form in which the Goddess of Beauty was worshipd by the Ancients at Paphos in ye Island of Cyprus. / See the Medals struck when a Roman Emperer visited the Temple. “
Diese Konen haben in ihrer Unversehrtheit nur scheinbar mit dem Hauptbild über ihnen nichts gemein. Denn
„ The allegory has also a personal application. Hogarth characteristically regarded the eclipse of his artistic ideal and his own decline as the collapse of the universe and the end of the world. Time expiring bequeaths every atom of himself to Chaos. His testament is witnessed by the Fates “
(Cat. Tate Gallery). Und die FAZ vom 8. 11. 1997:
„ Selten hat sich ein Künstler so ergreifend von der Welt verabschiedet. “
Es ist Hogarth’s letzte graphische Arbeit, sieben Monate vor seinem Tode. Künstlerisch ein Rückgriff auf Salvator Rosa, fußt der Titel auf Pope’s poetischem Gegenstück „Peri Bathous“ als seinerseits „a parody of Longinus’s ‚Peri Hypsous‘“. Entsprechend übergewichtet Lichtenberg diesen Aspekt gegenüber der schlußendlichen Botschaft:
„ Eine Verspottung der sogenannten akademischen Malerschule … Bekanntlich gefiel sich dieselbe in allegorischen Darstellungen und in Compositionen, worin die antike Mythologie und neuere Verhältnisse zusammengeworfen wurden. “
Die Szenerie selbst von unerhörter Radikalität. Denn betroffen vom Verfall sind auch und besonders jene Attribute, die sonst ihrerseits das Ende der Zeit signalisieren. Wie Sense und Sanduhr, die hier ebenso zerbrochen sind wie Krone, Pfeife, Palette, Flasche, Glocke, das Wirtshaus „The Worlds End“ mit der brennenden Weltkugel als Schild, die Kirche sowie etliche andere Vanitassymbole. Die Uhr hat die Zeiger verloren, die Bäume sind so tot wie der Gehenkte – und Phoebus im brennenden Himmelswagens mitsamt seiner Pferde, allesamt in den bodenlosen Abgrund stürzend. Zu allem Überfluß haucht Saturn selbst als Gott sowohl der Zeit, sprich geflügelter Tod, als des im Ackerbau begründeten Wohlstandes sein letztes „Finis“, derweil ihm das von den drei Parzen – Clotho, Lachesis, Atropos – bezeugte Testament entgleitet: alles dem Chaos. Kurz, „H. Nature Bankrupt“.
Mit Ausnahme des Mannes in der schmalen Sichel des abnehmenden Mondes, der sich noch ein wenig Lebens zu erfreuen scheint. Wie denn auch der Galgen noch steht. Denn „(d)en scheint auch die künftige Welt nicht entbehren zu können“ (so auf der Heintz-Lithographie nachfolgender Nr. 14.087). Untergemischt schließlich verschiedene Wortspiele wie Schusterriemen + – leisten, im Englischen cobler’s end bzw. last, sowie das Tau-Ende und der Lichtstumpf (candle’s end).
Herrlicher, nur wenig späterer Abdruck von strahlendem Hell-Dunkel und adäquater Breitrandigkeit und Frische dieses schönen Blattes Cook’s, der „sich auch einen Namen als Hogarth-Stecher“ machte (Thieme-Becker) und als einziger der postumen Ausgaben das Originalformat wahrte. – Mit Wz. „1811 W Balston“; vgl. die Doppelmarke „J Whatman & W Balston 1813“ Heawood 117. – Im rechten Außenrand zwei kleine schwache Wasserränder. Die rückseitige partielle schwache Stockkigkeit bildseits nur an zwei Stellen der Himmelspartie ganz minimal wahrnehmbar.
Angebots-Nr. 7.545 / EUR 291. / export price EUR 276. (c. US$ 363.) + Versand
– – – Dasselbe in Hogarth’s Eigenstich. Bezeichnet: Design’d and Engrav’d by Wm. Hogarth. / Published according to Act of Parliamt. March 3d. 1764, ansonsten wie vor. 32,3 x 33,5 cm.

Nagler 56. – Überaus breitrandiger Abdruck von der vom kgl. Kupferstecher James Heath (1757 London 1834) um 1822 überarbeiteten Platte („Selbst diese Abzüge sind heute aber relativ selten geworden“, Kunstgalerie Esslingen 1970; und Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., VIII [1888], 625: „Eine schöne Ausgabe“, geschätzt auch schon von zeitgenössischen Sammlern vom Range etwa eines A. T. Stewart [Catalog of the Stewart Collection, New York 1887, 1221, „fine plates“]).
Angebots-Nr. 7.738 / EUR 176. (c. US$ 231.) + Versand

– – – Dasselbe in Thomas Cook’s kleinerer Wiederholung. Bezeichnet: The Bathos. / Hogarth pinxt. / T. Cook sculpt. / Published by Longman, Hurst, Rees, & Orme, Nov. 1st. 1807. Bildgröße 15,6 x 17,2 cm.
Im Unterrand neben dem Titel nur noch die beiden konischen Figuren, unkommentiert, auch ohne den Verweis „Fig. 26“. – Sehr schöner Abdruck. – Innerhalb des sehr breiten weißen Plattenrandes geschnitten, der am Unter- und rechten Seitenrand etwas altersgebräunt ist.
Angebots-Nr. 9.002 / EUR 50. (c. US$ 66.) + Versand

– – – Dasselbe in Kupferstich von Carl Heinrich Rahl (Hoffenheim 1779 – Wien 1843). (1818-1823.) 19,5 x 23 cm.
Nur noch die reine Bildversion und damit auch ohne den Analysis-Bezug. Oben rechts „44.“, unten links „Pl. 6.“. – „Sehr interessante Ausgabe“ (Nagler) nach den Stichen in der Hzgl. Albertinischen Sammlung.
Angebots-Nr. 7.739 / EUR 87. (c. US$ 114.) + Versand

– – – Dasselbe in Kupferstich von Ernst Ludwig Riepenhausen (1765 Göttingen 1840, dortiger Univ.-Kupferstecher). (1794-1835.) Bezeichnet: W. Hogarth inv. / R. d sc f. 21,5 x 23,5 cm.
Früher Abdruck mit deutlichem Plattenton und sehr breiten Seitenrändern. – Gleichfalls nur die reine Bildversion. Angesichts des breiten Plattenunterrandes scheint die Unterrandgestaltung zunächst wohl vorgesehen gewesen zu sein. Später wurde die Platte unten entsprechend gekürzt (siehe Nr. 12.144). Oben rechts in der Platte „44“. – Riepenhausen’s Hauptwerk („sehr schätzbar“, Nagler), den Hogarth’schen Kupfern tlw. sogar vorgezogen
Angebots-Nr. 7.740 / EUR 125. (c. US$ 164.) + Versand
– – – Dasselbe von Riepenhausen wie vor, doch auf leicht getöntem minderen Papier. 22 x 23,8 cm.
Angebots-Nr. 14.086 / EUR 87. (c. US$ 114.) + Versand

– – – Dasselbe von Riepenhausen wie vor im Abdruck von der im textlos gebliebenen Unterrand verkleinerten Platte (siehe Nr. 7.740) um 1850 auf besonders festem Papier. 19,7 x 23,5 cm.
Angebots-Nr. 12.144 / EUR 115. (c. US$ 151.) + Versand

– – – Dasselbe in Lithographie von C. F. Heintz. (1833-36.) Bezeichnet: 34. / Das Ende aller Dinge. / lith. v. C. F. Heintz. 20,5 x 20,7 cm.
Gleichfalls nur die reine Bildversion, doch mit ausführlichem deutschen Untertext à la Lichtenberg: „… Nur eines hielt aus – Der Galgen. Den scheint auch die künftige Welt nicht entbehren zu können, darum bleibt er gleich stehen …“ – Die ganz schwachen Stockflecken fast nur gegen das Licht bemerkbar. – Gesamthaft zwar kräftiger, aber nicht ganz gleichmäßig zeichnender Abdruck.
„ Als Hogarth seinem Ende sich näherte, versprach er noch, das Ende aller Dinge zu malen. Und so entstand diess Blatt, eine barocke tragisch-komische Zusammenstellung von unzähligen dingen, mit denen es zu Ende geht. Der Tod selbst hat sein Pfeifchen, seine Sense, sein Glas zerbrochen und haucht das letzte Tabackswölkchen mit einem Finis aus! Er hat das Chaos zum Erbe eingesetzt. Das Ende der Welt, ein Wirthshaus, stürzt zusammen, die Zeit, freilich nur eine Zeitung (Hogarth eigenes Blatt „The Times“), wird von einem Endchen Licht angezündet. Schuhbürste und Ordensband, Bogen und Flinte, ein abgenutzter Besen und eine zersprungene Glocke, ein Schauspiel, das ausgespielt ist, und so vieles andere liegt bunt unter einander. Oben brennt der Sonnenwagen und eine Kirche steht nur noch in Trümmern da. Nur eines hielt aus – Der Galgen. Ihn scheint auch die künftige Welt nicht entbehren zu können, darum bleibt er gleich stehen. Auch seine Palette warf Hogarth zerbrochen darunter hin. Er malte nun aber nicht wieder, denn zwei (recte gut sieben) Monate nachher war er hinüber. “
Angebots-Nr. 14.087 / EUR 87. (c. US$ 114.) + Versand
– – – Dasselbe in Stahlstich um 1840. Bezeichnet: Das Ende aller Dinge. 13,5 x 15,5 cm. – Die reine Bildversion. – Auf leicht gebräuntem Papier.
Angebots-Nr. 7.742 / EUR 38. (c. US$ 50.) + Versand
„ Herzlichen Dank für die sorgfältig verpackten Bände … “
(Herr H. M., 26. Mai 2007)

