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Zu spät kommt die heilende FakultätHogarth, William (1697 London 1764). Das Ende der Gräfin Squanderfield. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Bezeichnet: Designed by W. Hogarth / Engraved by T. Cook / Published June 1st. 1797. by G. G. & J. Robinson. Pater-noster Row, London. 38,4 x 47,2 cm.
Marriage à la Mode VI. – Von feiner Hell-Dunkel-Wirkung und – im Gegensatz zu allen späteren Hogarth-Ausgaben – im Ursprungsformat. – Cook „machte sich auch einen Namen als Hogarth-Stecher“ (Thieme-Becker). – Das Schlußblatt dieser „ schönste(n) gemalte(n) Satire des Jahrhunderts “ (Dobson in Thieme-Becker). Der auf die leere Opiumflasche weisende Apotheker – kenntlich an „dem pharmaceutischen Lösch-Apparat, der ihm aus der Tasche hervorsteht, einer kleinen Handspritze, und einer Flasche Julepp“ – gehört nach Lichtenberg zu der seinerzeit in London häufig anzutreffenden Gruppe der praktizierenden Apotheker, „oder, wenn man will, Ärzte, die zugleich dispensiren“. Dessen Rock im übrigen „fast westenartig, und, selbst zugeknöpft, dem Kniespiel bei der Sanitäts-Visitation durch die Gassen nicht hinderlich“. Während dieser Mann mit einer Miene wie „wahres, gediegenes Erz, voll Stierkraft und Entschlossenheit“ zu alleinigem Nachteil des Dieners noch die Szene beherrscht, hat sich der größere Kollege bereits zum Rückzug entschlossen, dem Betrachter neben dem Rücken nur noch „die breite Knoten-Perücke, das Degengefäß im Rockschlitze, und das spanische Rohr mit dem goldenen Knopfe“ – alles die Widerspiegelung seines hohen Standes – darbietend. Denn „vis à vis von einem Verstorbenen, den er retten wollte, (nimmt sich der beste Arzt) nie sonderlich aus … (und so) schlichen sich der Herr Doctor in der Stille weg, und überlassen die KLagen den (sic!) Leidtragenden, über Dürftigkeit unseres Wissens und vergebliche Unkosten, dem minder feinen Gehör des Apothekers“.
– – – Dasselbe in Kuperstich von Carl Heinrich Rahl (Hoffenheim 1779 – Wien 1843). (1818/23.) Bezeichnet:26. / Plate 6. 21 x 26,7 cm.
– – – Dasselbe in Kupferstich von Ernst Ludwig Riepenhausen (1765 Göttingen 1840, Univ.-Kupferstecher ebda.). Bezeichnet: 26. / W Hogarth inv. pinx. / R. del. sc. 23,2 x 28,3 cm. – Feiner früher Abdruck. – Riepenhausens Stiche nach Hogarth („sehr schätzbar“, Nagler) zählen zu seinem Hauptwerk und werden nicht zuletzt der Seitenrichtigkeit wegen den Hogarth’schen Kupfern teilweise sogar vorgezogen. – Abbildung.
– – – Dasselbe von Riepenhausen wie vor, doch auf leicht getöntem minderen Papier.
– – – Dasselbe in Lithographie von Ludwig Blau (Lauchstädt, Merseburg, 1808/10 – Leipzig 1899). (1833/36.) Bezeichnet: 12 / L. Blau lith. / Die Heirath nach der Mode 6tes. Blatt. 20,8 x 22,8 cm. – Ausführlicher Untertext à la Lichtenberg in Deutsch.
Komplette Exemplare der Folge sowie weitere Einzelblätter verfügbar .
(Museum S. B., 23. Februar 2004) |