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„ Was  für  eine  kräftige  Schutzwehr ! “

Hogarth, William (1697 London 1764). Die Trauergesellschaft. Abschiednehmend von der zu Hause im noch teils offenen Sarg aufgebahrten Verstorbenen. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Bezeichnet: Pl. VI. / Designed by W. Hogarth. / Engraved by T. Cook. / London Published by G. G. & J. Robinson Paternoster Row October 1st. 1799. sowie Serientitel. 35,5 x 41,1 cm.

William Hogarth, Trauergesellschaft (Harlot's Progress VI; Cook)

Harlots Progress VI. – Abdruck von sehr schöner Hell-Dunkel-Wirkung auf festem Papier. – Die leichte Braunstelle im weißen Oberrand noch in den Bildhintergrund hineinreichend, doch dort praktisch nicht wahrnehmbar. – Im übrigen – im Gegensatz zu allen späteren Hogarth-Ausgaben – in dessen ursprünglichem Folio-Format. – Cook „machte sich auch einen Namen als Hogarth-Stecher“ (Thieme-Becker). – Das Schlußblatt der Folge, auf die

„ Hogarth  hauptsächlich  zuerst  den  großen  Ruhm  gegründet  (hat) “

(Lichtenberg). Und fortfahrend zu diesem Blatt:

„ Hier liegt sie nun endlich … ruhig und still im Sarge, sicher vor Sir John Gonsons (des Richters) Trabanten, Herrn M. Thwackums Hieben und – Dr. Misaubins Pillen. Was für eine kräftige Schutzwehr ein Sargdeckel nicht ist! “

Und nur eine unter den fünfzehn Anwesenden – die Tote, Lebendige und ein Spiegelbild – bekümmert sich um die Verstorbene:

„ … eine von Hogarth’s Schönheiten … Indessen ganz schlecht ist das Mädchen denn doch nicht. Jugend und Blüthe sind wenigstens da, und an diese ist die Lehre gerichtet, die sich wohl am leichtesten durch die Worte aus dem Sarge darstellen läßt :

‚ Was  du  bist , und  wie  du , war  auch  ich  vor  kurzer  Zeit .
Verlaß  den  Weg , den  du  wandelst ; wo  nicht , so  bedenke :
Was  ich  jetzt  bin , wirst  du  auch  sein , in  kurzer  Zeit. ‘

Ob dieses Gänschen diese Wörter gehört hat, läßt sich aus dem Gesichtchen nicht schließen; daß aber, wenn es sie gehört hat, sie, noch ehe der Leichenwagen kömmt, das Gänschen wieder vergessen haben wird, das, dünkt mich, läßt sich schließen. “

Die um 1730 entstandenen malerischen Originale dieser insgesamt sechs Stationen umfassenden Buhlerin-Suite fielen übrigens schon um 1755 einem Feuer zum Opfer.

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– – – Dasselbe in Hogarth’s Eigen-Radierung im 1744er 3. Zustand. Bezeichnet: Plate 6. / † / Wm. Hogarth invt. Pinxt. et sculpt. 32 x 39 cm.

William Hogarth, Trauergesellschaft (Harlot's Progress VI)

Nagler 17, 6; Abbildung Hogarth-Katalog Zürich, 1983, 18 (dieser Zustand). – Extrem breitrandiger Abdruck wohl von der vom kgl. Kupferstecher James Heath (1757 London 1834) um 1822 überarbeiteten Platte („Selbst diese Abzüge sind heute aber relativ selten geworden“, Kunstgalerie Esslingen 1970; und Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., VIII [1888], 625: „Eine schöne Ausgabe“, geschätzt auch schon von zeitgenössischen Sammlern vom Range etwa eines A. T. Stewart [Catalog of the Stewart Collection, New York 1887, 1221, „fine plates“]).

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William Hogarth, Trauergesellschaft (Harlot's Progress VI; Rahl)

– – – Dasselbe in Kuperstich von Carl Heinrich Rahl (Hoffenheim 1779 – Wien 1843). (1818/23.) Bezeichnet: 12. / Plate 6. 21,2 x 27,1 cm.

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William Hogarth, Trauergesellschaft (Harlot's Progress VI; Riepenhausen)

– – – Dasselbe in Kupferstich von Ernst Ludwig Riepenhausen (1765 Göttingen 1840, Univ.-Kupferstecher ebda.). Bezeichnet: 12. / Plate 6. / W. Hogarth invt. pinxt. Riepenhausen d. sc. 20 x 24,8 cm. – Abdruck auf besonders festem Papier, wohl um 1850. – Riepenhausens Stiche nach Hogarth („sehr schätzbar“, Nagler) zählen zu seinem Hauptwerk und werden nicht zuletzt der Seitenrichtigkeit wegen den Hogarth’schen Kupfern teilweise sogar vorgezogen.

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William Hogarth, Trauergesellschaft (Harlot's Progress VI; Lithographie)

– – – Dasselbe in Lithographie. (1833/36.) Bezeichnet: 18 / Der Weg einer Buhlerin. 6tes. Blatt. 19,6 x 21,4 cm. – Ausführlicher Untertext à la Lichtenberg in Deutsch.

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komplette Exemplare der Folge sowie weitere Einzelblätter verfügbar


„ perfekt, Vielen Dank! “

(Frau S. N., 4. Mai 2017)