English

Unbarmherzig  geschwungene  satirische  Geißel

Hogarth’s  Aufgalopp

zu  Butler’s  englischem  Don  Quichote

Hogarth, William (1697 London 1764). Frontispiece and its Explanation zu Samuel Butler’s „Hudibras“ als eines englischen Don Quichotes. Postament, illustriert mit Hudibras und seinem Knappen Ralpho als Gespann vor den Parnaß – auf dessen Spitze der springende Pegasos – umfahrendem Streit- oder Triumphwagen mit Butler’s bocksbeinigem Genius als Lenker, die Peitsche schwingend gegen die rückseits am Hals mitgeführten Personifizierungen von Rebellion, Heuchelei + Ignoranz. „This satyr symbolises nature as opposed to the repressive Puritanism represented by Hudibras and Ralpho, the anti-heroes of the poem“ (Bindman).

Zur Linken zeigt ein hockender Satyr einem am Postament meißelnden Cherub mit Meisterschürze die aufgeschlagene Seite mit Gesang I, Vers 15 des Poems. Zur Rechten, aufs große Kreuz-Wappen gestützt, sitzende Britannia nebst Lanze und Faun auf dem linken Bein, der ihr frech lachend ihr Spiegelbild vorhält. „Th(is) implication is that Hudibras and his ilk are still a presence and that the poem is relevant to present  times and not just the previous troubled century“ (Bindman).

In krönendem Medaillon auf dem Postament schließlich der Dichter mit schriftbandumwickeltem langen Lorbeer. Links zurückgesetzt pyramidales Postament mit Büste, auf die ein Herr weist, davor kniend der geflügelte Tod. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). (1801.) Bezeichnet: Plate 1. / Design‘d by W. Hogarth. / Engrav‘d by T. Cook., ansonsten wie oben. 26,5 x 35,7 cm.

William Hogarth, Hudibras I (Cook)

HUDIBRAS I. – Mit 6zeil. Untertext: „The Basso Releivo, on the Pedestal represents the general Design of Mr. BUTLER in his Incomparable Poem of Hudibras viz BUTLERS Genius in a Car Lashing round Mount Parnassus, in the Persons of Hudibras and Ralpho Rebellion Hypocrify and Ignorance the reigning Vices of his time.“

Cook „machte sich auch einen Namen als Hogarth-Stecher (1795-1803), dessen vollständiges Werk er … nachgestochen hat“ (Thieme-Becker VII, 1912, S. 348/I) und dessen Ursprungsformat er im Gegensatz zu allen späteren Hogarth-Ausgaben – die den somit selteneren HUDIBRAS meist überdies nicht enthalten – beibehielt. Für einige von Hogarth nicht selbst veröffentlichte Blätter wurde Cook zu deren Erststecher, wie er denn auch den Beifall eines zeitgenössischen Kenners wie Maximilian Speck von Sternburg fand. – Unten innerhalb des weißen Plattenfeldes geschnitten. Oberer weißer Platten-/Papierrand mit zwei schwachen kleineren Wasserstreifen und einigen kaum wahrnehmbaren Stockstippen, wie auch rechtsseits. – Auf festem Papier, von schönstem Hell-Dunkel. – REICHES  BLATT .

HUDIBRAS

„ ist ein verpöbelter (englischer) Don Quijote , ein entgeisteter Rabelais “

(Laaths, Geschichte der Weltliteratur, 1953, S. 375), eine unbarmherzig geschwungene „satirische Geißel“ (Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., III, 693/I) auf den politisch gerade abgehalfterten Puritanismus und das bekannteste Werk seines von Karl II. geschätzten Schöpfers,

SAMUEL  BUTLER

(Strensham, Worcestershire, 1612/13 – London 1680), als Ergebnis seiner Eindrücke in Diensten des Cromwell’schen Colonels Sir Samuel Luke, „bei welchem religiöse und politische Sekten ihr Wesen trieben“ (Meyers). Unvollendet geblieben, erschienen die ersten beiden Teile des Epos 1663/64, ein dritter 1678, dann, vereint, langlebig durch die Jahrhunderte. In jeweils drei Gesängen

„ in holperigen, meist achtsilbigen Couplets (später als ‚hudibrastischer Vers‘ bekannt) die lose zusammenhängenden, grotesken Abenteuer zweier Puritaner, des Ritters Hudibras und seines Knappen Ralpho, beschreiben(d). Hogarth hat zu diesem Gedicht zwei verschiedene Folgen von Illustrationen gestochen: zwölf grosse, sorgfältiger ausgearbeitete Kupferstiche, die er selbständig, unabhängig von einem Verleger geschaffen und im Februar 1726 herausgegeben hat, und siebzehn kleinere, die mehr Holzschnittcharakter haben und vermutlich früher entstanden, aber erst im darauffolgenden April in einer Gedichtausgabe erschienen sind. Diese folgen dem Verlauf der Handlung, während die grossen Blätter nur die entscheidenden Szenen mit einem gekürzten Textauszug als Legende wiedergeben … Epos und Bilder sind eine antiheroische Satire auf Puritanertum und Sektenwesen “

(Margrit Bachofen-Moser in Hogarth-Katalog Zürich, 1983, SS. 25 ff. bei Abbildung der großen Serie in teils abweichender Abfolge).

Cook wiederholte die 12blätterige große Fassung zunächst formatgetreu, wie für hiesiges erstes Blatt denn auch hier vorliegend, Jahre später in einer volkstümlichen kleinen von nur ca. 14 x 17 cm Bildgröße.

Die Hudibras-Folge – urteilen Thieme-Becker – ist für Hogarth’s „Entwicklung von entscheidender Bedeutung.

Hier  liegt  der  Schlüssel  zum  Verständnis  des  Satirikers  H. “

(Thieme-Becker XVII [1924], 300/II).

Und Austin Dobson’s resümierte in der Encyclopedia Britannica von 1911 zu Hogarth generell :

„ Wenn wir ihn – wie er sich selbst zu sehen beliebte – eher als ‚Autor‘ denn als ‚Künstler‘ betrachten, ist sein Platz unter den großen Meistern der Literatur – bei den Thackerays und Fieldings, den  Cervantes  und Molières. “

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William Hogarth, Hudibras I Cook klein)

– – – Dasselbe in Cook’s kleinerer Wiederholung, im Gegensinn zur großen Version und Hogarth’s eigenem Kupfer, bei der der Untertext durch den Serientitel ersetzt wurde. Bezeichnet: Pl. I. / Hogarth pinxt. / HUDIBRAS. / T. Cook sculpt. / Published by Longman, Hurst, Rees, & Orme, July 1st. 1807. Bildgröße 13,4 x 17 cm. – Innerhalb des breiten weißen Plattenrandes geschnitten und dieser dreiseits namentlich in der Außenpartie leicht stockig, unten auch fingerfleckig.

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– – – Dasselbe in Hogarth’s Eigen-Radierung/Kupferstich von 1726 mit der Sayer-Adresse der 1768er Neuauflage und hier im Abdruck auf starkem Papier von der vom kgl. Kupferstecher James Heath (1757 London 1834) um 1822 überarbeiteten Platte („Selbst diese Abzüge sind heute aber relativ selten geworden“, Kunstgalerie Esslingen 1970; und Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., VIII [1888], 625:

William Hogarth, Frontispiz + Erläuterung zu Butlers 'Hudibras'

„Eine schöne Ausgabe“, geschätzt auch schon von zeitgenössischen Sammlern vom Range etwa eines A. T. Stewart [Catalog of the Stewart Collection, New York 1887, 1221, „fine plates“]). Bezeichnet: 1 (verlegerseits) / W. Hogarth Inven. & Sculp. / London Printed for Robt. Sayer, Map & Printseller, at No. 53 in Fleet Street., ansonsten mit Titel + Untertext. 26,5 x 35,3 cm. – Nagler 10-1. – Abbildung des Erstzustands mit der Overton/Cooper-Adresse gelegentlich der 1997/98er engl.-nordamerikan. Wanderausstellung bei Bindman, Hogarth and his Times, Nr. 30 und des Zweitzustands in Hogarth-Katalog Zürich, 1983, 1. – Platte unten links unter Verlust von 2½ Buchstaben abgerundet. – Der breite weiße Rand dreiseits schwach stockstippig.

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