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Eine  frühe  Lanze  für  den  Tierschutz

Hogarth, William (1697 London 1764). Alltägliche Tierquälerei auf Londons Straßen. Ein reiches Assortement tierquälerischer Straßenjugend bei teils schlicht brutaler, teils raffinierter, indes mit einfachen Mitteln umgesetzter Vergnügung. Im Mittelpunkt Tom Nero bei seinem Meisterstück, der Quälerei eines Hundes, die Hogarth Callot’s Versuchung des Heiligen Antonius entnahm. Wobei er sich auch nicht abhalten läßt von einem Jungen besserer Herkunft und Veranlagung, vermutlich dem damals dreizehnjährigen George III. Indes ein anderer Junge das Ende von Tom Nero’s Entwicklung bereits vorwegnehmend und ihn in einer Skizze an einer Mauer als am Galgen hängend zeichnend. Kupferstich. Bezeichnet: Design’d by W. Hogarth. / Published according to Act of Parliament Feb. 1. 1751. 39 x 32,3 cm.

The Four Stages of Cruelty I. – Mit 12zeiligem Untertext in drei Versen von wohl Rev. James Townley:

William Hogarth, Tierquälerei auf Londons Straßen

„ While various Scenes of sportive Woe / The Infant Race employ,
And tortur’d Victims bleeding shew / The Tyrant in the Boy.

Behold! a Youth of gentler Heart, / To spare the Creature’s pain
O take, he cries – take all ma Tart, / But Tears and Tart are vain.

Learn from this fair Examples – You / Whom savage Sports delight,
How Cruelty disgusts the view / While Pity charms the sight. “

Das  berühmte  Sujet, mit dem Hogarth erfolgreich versuchte, auf die bereits in den „Vergnügungen“ der Jugend der niederen Volksschichten angelegte allgemeine Verrohung aufmerksam zu machen:

„ The four stages of cruelty were done in hopes of preventing in some degree that cruel treatment of poor Animals which makes the streets of London more disagreeable to the human mind than anything whatever, the very describing of which gives pain … “

Ein Zweck, den Hogarth übrigens erreichte und so dem Tierschutz eine frühe Lanze brach:

„ … there is no part of my works of which I am so proud, and in which I feel so happy as in the series of the four Stages of Cruelty because I believe the publication of them has checked the diabolical spirit of barbarty, which, I am sorry to say was once so prevalent in this country … I had rather, if cruelty has been prevented by the four prints, be maker of them than of the (Raphael) cartoons, unless I lived in a Roman Catholic country “.

In der Figur George III. zugleich ein Wortspiel liegend, bedeutet „noble“ doch sowohl „adlig“ wie auch „edel“ und „von edler Gesinnung“. Entsprechend denn auch „Neronian“ im übertragenen Sinne „blutdürstig, grausam“ (Kunsthaus Zürich). Und so wird denn schlußendlich auch eine handelnde irdische Gerechtigkeit Tom Nero, den Erzbösewicht dieser Suite, zunächst an den Galgen und sodann in die Anatomie bringen. Letzteres auf Grund allgemeiner Vorurteile von besonders abschreckender Wirkung.

Harmonischer Abdruck, vielleicht aus der von Boydell von 1790-1809 hrsg. Gesamtausgabe. – Einige hinterlegte kleine Einrisse im breiten weißen Rand, dessen linke Oberecke wasserstreifig ist.

Angebots-Nr. 14.406 / EUR  220. (c. US$ 265.) + Versand

– – Dasselbe. 38,7 x 32,3 cm. – Kräftiger Abdruck von der vom kgl. Kupferstecher James Heath (1757 London 1834) um 1822 überarbeiteten Platte („Selbst diese Abzüge sind heute aber relativ selten geworden“, Kunstgalerie Esslingen 1970; und Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., VIII [1888], 625: „Eine schöne Ausgabe“, geschätzt auch schon von zeitgenössischen Sammlern vom Range etwa eines A. T. Stewart [Catalog of the Stewart Collection, New York 1887, 1221, „fine plates“]).

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– – Dasselbe. Stahlstich. Ca. 1850. Bezeichnet. 15 x 11,7 cm.

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(Sig. U. B., October 30, 2009)