English

Historische  Prallheit  gegen  Ende  des  7jährigen  Krieges

als  einer  globalen  Auseinandersetzung

neuzeitlicher  Dimension

Der  Regierungswechsel  in  England

droht  Preußens  Überleben  zu  kippen

 

WILLIAM  HOGARTH
1697 London 1764

John Wilkes Esqr. (Herausgeber des North Briton Journals) + The Times oder das politische Großfeuer ob des ungesetzlichen „allgemeinen Verhaftsbefehls (general warrant) gegen Schriftsteller, Drucker und Verkäufer“ des North Briton. 3 Blatt. Kupferstiche, davon 2 von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Signiert und datiert (2). 35,3 x 24,5 bzw. 24,5-25,5 x 31,5-32 cm.

Wilkes’  (Publizist, 1727-1797,
Held „der damals schon höchst wichtigen Zeitungspresse“)

„ hauptsächlichste Wirksamkeit begann jedoch (Juni 1762) mit seiner Zeitschrift The North Briton, (die) bald als die gefährlichste Waffe der Opposition von der Regierung (William Pitt I, 1708-1778) erkannt wurde“ (Lichtenberg). „Der Staatssekretär Halifax erließ hierauf einen gegen die Habeaskorpusakte verstoßenden Haftbefehl, der nicht gegen eine bestimmte Person, sondern gegen die Urheber des Blattes im allgemeinen (siehe oben) gerichtet war. W. wurde darauf verhaftet; das Gericht aber ordnete seine Freilassung an … Dieser Ausgang war für ganz England insofern wichtig, als fortan die Haftbefehle ohne Namen beseitigt blieben. W. veranstaltete darauf einen Neudruck des ‚North Briton’ … “

(Meyers Konvers.-Lex., 4. Aufl., XVI, 648 in großer Ausführlichkeit

und  dies  nach  noch  130  Jahren !) .

„ Hogarth hat die Figur portraitiert, als Wilkes während des Processes, der ihn zum Helden der Freiheit machte, vom Tower vor den Gerichtshof der Common Pleas gebracht … wurde … Das Blatt erschien (am 16. 5. 1763) während der Aufregung, die Wilkes’ Proceß bewirkte, und hatte deßhalb einen solchen Erfolg, daß mehrere tausend Abdrücke in der ersten Woche abgesetzt wurden “

(Lichtenberg).

William Hogarth, John Wilkes Esqr (Cook)

Das Sitzporträt zeigt ihn, wenig schmeichelhaft, aber echt, in entschlossener Haltung mit dem auf langer Stange mitgeführten Freiheitshut. Auf dem Tischchen neben ihm die die Thronrede Georgs III. zerfetzende berüchtigte Nr. 45 des Blattes sowie die 17. Ausgabe, in der Wilkes das 1. Blatt von Hogarth’s Times kritisiert hatte.

Die  2blätterige  TIMES-Folge  in  diesem  Kontext .

William Hogarth, The Times I (Cook)

Das 1762 erschienene erste – Abbildung anstehenden Exemplars der Cook-Fassung in Johansen, Fra Forsyn til Fremsyn, Forsikringens Vesen, Opprinnelse og Utvikling, Oslo 2003, S. 349 – zeigt den Zeitungsverteiler des North Briton und des Monitor mit seiner die starke Nachfrage dokumentierenden schon sichtbar geleerten Schubkarre inmitten des (politischen) Großfeuers jener Tage, das der Rücktritt Pitt’s entfacht hatte.

„ Tatsächlich geriet Friedrich (der Große) in ärgste Schwierigkeiten durch das Verhalten der neuen englischen Regierung unter Georg III. und dem Lord Bute: da England in Übersee erreicht hatte, was es wollte, bedurfte es Friedrichs nicht mehr. Bute beabsichtigte sogar, auf Preußens Kosten mit Österreich einig zu werden. So verzichtete Friedrich auf weitere englische Unterstützung; brachte aber trotzdem ein Heer von 120 000 Mann fürs Jahr 1762 zusammen.

Den Ausweg öffnete ihm plötzlich der Tod seiner zähen Feindin Elisabeth (1762, Tochter Peter des Großen) und die Thronbesteigung des Zaren Peter III.; denn dieser … schloß mit ihm am 5. Mai Frieden … “

(Orthbandt, Deutsche Geschichte, 1954, SS. 603 f.).

Des weiteren ganz oben

im  linken  Mansardenfenster  als  dem  Quartier  der  ärmlichen  Journaille

wiederum Wilkes selbst mit Schlauch, dessen Fülle nunmehr dem Pitt-Nachfolger Bute als dem kgl. Spritzenmeister gilt. Eine der geballtesten Ladungen des Künstlers.

William Hogarth, The Times II

Das 2. Blatt aus 1763 zeigt pralles politisches Tohuwabohu mitsamt dem verhaßten Wilkes – Wunschdarstellung, in der sich Regierung und aus ganz persönlichen Gründen, siehe oben, Hogarth trafen – mit Hals und Händen unter der Rubrik Defamation im Stock, auf der Brust seinen North Briton, die Beutel leer, bepinkelt. Der Triumph der Gerechtigkeit

–  Freiheit , Volksruhm  und  big  money  für  den  Verleger  –

ließen Hogarth wie auch seine Witwe die schon fertige Platte zurückhalten. Sie wurde erst postum, 1790, von Boydell herausgebracht und liegt hier vor in entsprechend gutem Druck, möglicherweise von der vom kgl. Kupferstecher James Heath um 1822 überarbeiteten Platte. – Résumé :

der  graphische  Dreiklang  des  künstlerischen  Zeitgenossen  vor  Ort

zu  dem  europäisch-deutschem , zugleich  globalem , Ereignis

des  Jahrhunderts .

„ Wir müssen uns alle damit trösten, daß unser Jahrhundert eine Epoche der Weltgeschichte bildet, und daß wir Zeugen von Ereignissen gewesen sind, wie sie in so außerordentlicher Weise der Wechsel der Dinge seit langer Zeit nicht hervorgebracht hat. Das bedeutet viel für unsere Neugierde, aber nichts für unser Glück “

(Friedrich II. an seine Lieblingsschwester Henriette, Markgräfin von Bayreuth).

Die beiden Cook’schen Fassungen – im Ursprungsformat wie in keiner der späteren Hogarth-Ausgaben – in sehr schönen Drucken von zwangsläufig namentlich herrlichem Hell-Dunkel von TIMES I. Die Hintergrund-Schraffur des Wilkes-Porträts verdeutlichend, daß dieser sich hinter Gittern befindet. Ersteres unten, letzteres links innerhalb des weißen Plattenrandes geschnitten. TIMES I leicht randstockig. Dessen rückseitige gewisse Stockigkeit nicht ins Bild durchschlagend.

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William Hogarth, John Wilkes Esqr. (Cook klein)

William Hogarth, The Times I (Cook klein)William Hogarth, The Times II (Cook klein)

– – – Dasselbe in Cook’s kleinerer Wiederholung von 1809. Bildgröße 17,7 x 13,4 bzw. 15 x 18,7-19,2 cm. – Innerhalb des breiten weißen Plattenrandes geschnitten und hier im Außenrand altersfleckig.

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– – – Dasselbe in Stahlstich um 1840. 16,2 x 10,8 bzw. 12,5 x 15,5 cm.

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(Mr. J. G., February 21, 2003)